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Gebrauchssteine - Grabanlagen

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Steine begleiten die Begräbnisriten des Menschen seit vorgeschichtlicher Zeit. Die Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Steins legt seine Verwendung im Kontext eines Grabmals nahe  -  als Erinnerungsstein oder als Bestandteile eines Grabbaues.
 




Aus der Jungsteinzeit sind erste Grabanlagen bekannt. Im nordeuropäischen Raum wurden Großsteingräber, Dolmen, errichtet. Sie bestehen aus großen, meist unbehauenen Steinblöcken (oder Findlingen), die (als Tragsteine) aufgerichtet und mit einem Deckstein versehen werden. Zwischenräume wurden durch kleinere Steine ausgefüllt. In die dadurch entstehende Kammer wurde der Verstorbene gebettet und das Großsteingrab anschließend mit einem Erdhügel bedeckt. Dieser war vermutlich immer mit aufrecht stehenden Steinen eingefasst. Auch wenn die Grabhügel (Hünengräber) aus agrarwirtschaftlichen Gründen inzwischen weitgehend aus der Landschaft verschwunden sind, können sie auch in Norddeutschland hier und da noch wahrgenommen werden.



                       Mit Bäumen bestandener, abgeflachter Grabhügel, Halskov Vænge, DK
   
     
Urdolmen im Rundhügel, Wald bei Glücksburg Firehoje, Grabhügel (Hünengräber) am dänischen Heerweg
     
Wenn der Erdhügel verschwunden ist, können ein Dolmen oder auch ein Steinkistengrab zutage treten.
     
Südlich von Sieverstedt, nahe der Bundesstrasse nach Schleswig, liegt der
  - „Poppostein
Gemeint ist mit dieser Bezeichnung eigentlich der Deckstein des Steinkammergrabs. Es ist ein kantiger flechten-überzogener Geschiebeblock. An der geschützten Unterseite lässt sich das Gefüge des Steins erkennen. Es scheint ein heller Järna-Granit zu sein, mit großen, hellrosa farbigen, klar rechteckigen Kalifeldspäten, viel weißem Plagioklas und viel verstreutem Biotit und Hornblende.

Das Steinkammergrab stammt aus der jüngeren Steinzeit und war ursprünglich wie üblich unter einem aufgeschütteten Erdhügel verborgen. Der Zeitpunkt der Freilegung ist unbekannt. Die Sage erzählt, dass Bischof Poppo hier Taufhandlungen vollzogen hat, unter anderen soll im 10. Jh. der Dänenkönig Harald Blauzahn an dieser Stelle getauft worden sein.
Der Deckstein ist ein Schalenstein, man kann 17 schalenförmige Vertiefungen zählen.
Die Anlage steht unter Denkmalschutz. Sechs Grenzsteine von der Mitte des 19. Jh. tragen das Wappen des dänischen Königs. Es handelt sich um Gneise. 
   
 
 

Im Waldgebiet von Halskov Vænge im Osten der Insel Falster, Dänemark, ist ein über lange Zeiten genutztes, reiches Gräberfeld erhalten - mit unterschiedlichen Grabformen aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit.


Am Rande des Schutzgebietes befindet sich dieser (sehr typische), frei gelegte Dolmen. Auch hier wurden wie beim Poppostein (weil kein anstehender Fels vorhanden ist) Findlinge für den Grabbau verwendet, die dem Dolmen ein klobiges Erscheinungsbild geben.
   
   
   
   
Auf der Insel Orust im südlichen Bohuslän befindet sich ein schön erhaltener Dolmen. Er ist, anders als die beiden ersten Beispiele, aus vier gespaltenen, flachen Steinplatten als Tragesteinen errichtet, die einen großen, ebenfalls flachen Deckstein tragen. Dadurch wirkt er weniger schwer. Das Grab wird in die Trichterbecherzeit (zwischen 3500 und 2800 v. Chr.) datiert.
Einige weitere Infos können einer Texttafel entnommen werden, die bei der Grabanlage platziert ist.
 
 

Skizze aus Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Dolmen_von_Haga
Der Hagadösen auf Orust (mit Zugang an der Ecke des Polygons).    Grundrisstyp in der Skizze oben rechts  
   
   
   
        Steinkistengräber gehören einer späteren Zeit an
als die Dolmengräber.
Sie sind in den Boden eingesenkte kistenförmige Gräber.
Vier oder mehr plattenförmige Seitensteine bilden die Kammer,
die durch eine Steinplatte oder einen Block abgedeckt wurde.
Auch Steinkisten waren im allgemeinen unter einem flachem Grabhügel verborgen, der von einem Steinkreis umgeben und markiert war.
 
   
   
   
weitere Informationen z. B. unter :
http://grosssteingraeber.de/
   
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