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Gesteine  -  Magmatite  -  Vulkanite

Basalt

Sein Name - lat. „basaltes" (aus ursprünglich "basanites") - verweist darauf, dass er in seiner Eigenschaft als sehr harter, schwarzer und gleichmäßig glatter Stein als sog. Probierstein (zum Nachweis von Edelmetallen) Verwendung fand. Gebrauchssteine aus Basalt sind seit der Steinzeit nachgewiesen (z. B. als Reibesteine). In der Neuzeit wurden und werden sie vor allem als widerstandsfähige Bausteine geschätzt.


Basalte sind Vulkanite. Sie entstehen durch die sehr rasche Erkaltung von Lavaströmen an der Erdoberfläche.
Es gibt unzählige kontinentale Vorkommen (Vulkankegel auf Hotspots sowie Basaltdecken entlang von Grabenbrüchen und anderen Schwächezonen), aus sehr alten, ehemaligen Eruptionen oder junge Vorkommen aus temporär ruhenden oder sogar noch aktiven Vulkanen. Daneben besteht der Meeresgrund der Ozeane (größtenteils) aus Basalt, meist unter Sedimenten verborgen. Daher ist Basalt tatsächlich das Gestein mit der weltweit größten Verbreitung.

Basaltischer Meeresboden ist auch heute fortwährend im Entstehen begriffen (z. B. entlang der mittelozeanischen Rücken). Basaltische Lava ist kieselsäurearm und leichtflüssig, sie kann weitreichende Gesteinsdecken bilden (gutes Anschauungsbeispiel: Hawaii).
 
Das größte zusammenhängende Basaltmassiv in Mitteleuropa ist das während des Tertiärs entstandene Vogelsberg-Massiv. Darüber hinaus existieren innerhalb der deutschen Mittelgebirge viele einzelne Vulkankegel oder Vulkangruppen (z. B. im Hegau, in der Eifel, in der Rhön...).

 
Schonen-Basalt, abgerollter Strandstein (eiszeitliches Geschiebe) am Strand von Dollerupholz, Flensburger Außenförde (mit z. T. ausgewitterten Olivineinschlüssen).
 
Je nach ihrer chemischen Zusammensetzung weisen die Lavaströme eine Temperatur von 900 °C und 1200 °C auf. Die Hauptmasse des Magmas ist relativ feinflüssig, enthält aber häufig kleinere oder größere, feste Kristall- oder Gesteinseinschlüsse aus Mineralen, die einen noch höheren Schmelzpunkt haben und nicht aufgeschmolzen wurden   -  beispielsweise das Mantelgestein Olivin oder Augit (Schmelzpunkt 1150 °C). 
 
       Schonen-Basalt (mit Olivineinschlüssen), Strandstein (eiszeitliches Geschiebe) am Strand von Klintinghoved, DK, Flensborg Fjord
        Augitbasalt, Strandstein (eiszeitliches Geschiebe, vermutl. vom Oslofjord), am Strand von Voderup Klint, Ærø, DK
     Basalt (mit glasartig geschmolzenerm Augit: unter entsprechend hohen Temperaturen des Magmas schmelzen mitgeführte Augitkristalle)
    Strandstein (eiszeitliches Geschiebe) am Strand von Klintinghoved, DK, Flensborg Fjord               (Länge des Einschlusses: 9 mm)
 
 
Im Magma sind vulkanische Gase wie Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff, Chlorwasserstoff und Wasserdampf gelöst. Im Prozess des Aufsteigens wird das Magma weitgehend entgast. Dichte, feinkörnige Basalte entstehen aus entgaster, dünnflüssiger, basischer Lava. Bleibt die Entgasung unvollständig (vor allem bei SiO²-reichen, zähflüssigen Magmen), entstehen mehr oder weniger blasenreiche Vulkanite (blasenreiche Rhyolithe, vulkanische Schlacke und Bimsstein). Werden die Blasenhohlräume in der Folge durch mineralische Lösungen (quarzitisch, calcitisch, alkalisch) und deren Kristallwachstum gefüllt, entstehen Mandelsteine. In größeren Gesteinsblasen (Geoden) können ansehnliche Achate oder div. Kristalle wachsen. 
       gasreicher Basalt, Strandstein (eiszeitliches Geschiebe), Bockholm Wik, Flensburger Förde,      (Bildgröße: 9,5 cm)   
     gasreicher Basalt, Strandstein (eiszeitliches Geschiebe), FO: Sierksdorf, Ostsee    (Breite des Steines: ca. 10 cm)
    blasiger Basalt (eiszeitliches Geschiebe),
   FO: Ulbjerg Klint, Limfjord, DK 
    Mandelstein (eiszeitliches Geschiebe),
   FO: Brodtener Ufer
    alterierter Mandelstein, Geschiebefund,
   FO: Habernis, Flensburger Förde
 
 
  Überwiegend erstarrt der Lavastrom beim Austritt schnell und formlos.
Findet die Abkühlung allerdings verzögert statt (z. B. noch innerhalb des Vulkanschlotes), können durch Abkühlungsschrumpfung charakteristische hexagonale Basaltsäulen auskristallisieren (Säulenbasalt).
Findet die Abkühlung deutlich verlangsamt statt, können grobkristalline Subvulkanite (porphyrische oder ansatzweise sogar gabbroide Gefüge) entstehen ("Oslo-Essexit").

  Basaltsäulen,
  Geol. Museum Kopenhagen
 
 



  Basaltsäulenwände in der Azat-Schlucht
  bei Garni, Armenien,
  freundliche Bildfreigabe: R. Zwirner 
weitere Infos zu der Lokalität unter: http://www.hpgrumpe.de/armenien/garni//garni.html
 
 
  Basalt ist vom Erscheinungsbild und vom Chemismus her eine Art Gegenpol zum hellen, oft durchscheinenden Quarz. Tatsächlich ist er quarzfrei oder zumindest äußerst quarz- (und feldspat-)arm, ein sog. "basisches" Gestein.
 
Strandsteine:
Basalt, Varnaes, DK  feldspatführender Basalt, Klintinghoved, DK   blasenreicher Basalt, Mühlendamm

Literatur z. B.:
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008
weitere Darstellungen und Gesteinsbeispiele über:
http://www.kristallin.de/s1/f_basalt.htm#Anker1
http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/basalte/schonenbasalt/schonenbasalttext.html
Infos siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Basalt
 
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