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Gesteine  -  Magmatite  -  Plutonite

Granodiorit

Granodiorit besteht wie der Granit aus Feldspat, Quarz und Glimmer (und Hornblende) und weist (als magmatisches Gestein) wie dieser ein richtungslos-körniges Gefüge auf. Dadurch unterscheidet er sich optisch wenig vom Granit.

Der Name Granodiorit (= Grano-Diorit) deutet allerdings darauf, dass dieses Gestein eine Mittelstellung zwischen Granit und Diorit einnimmt. Diese Zwischenposition bezieht sich in erster Linie auf den mengenmäßigen Anteil der jeweiligen Feldspat-Arten. 
Granodiorit enthält deutlich mehr Plagioklas (Kalknatronfeldspat) als Kalifeldspat (65 - 90% Plagioklas gegenüber 10 - 35 % Kalifeldspat). Kalifeldspäte entstehen aus siliziumdioxidreichen Magmen bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen ( → Granit), Plagioklase dagegen aus siliziumdioxidarmen Magmen bei vergleichsweise hoher Temperatur ( → Granodiorit, Diorit und Gabbro).
Der Quarzgehalt im Granodiorit schwankt, liegt zumeist aber bei ungefähr 20%. Der Anteil an mafischen Mineralen ist tendenziell höher als beim Granit, und zwar umso höher je höher der Plagioklasgehalt. Es handelt sich um Biotit und Hornblende, die dem Granodiorit sein oft dunkel betontes Aussehen verleihen. Granodiorite sind schwarz-weiß fleckig oder insgesamt dunkel getönt.
Als Nebenbestandteil kann (neben Apatit, Titanit und Zirkon) häufig gut erkennbar Granat auftreten.
    Granodiorit (Lokalname: Uppsala-Granit), Strandstein (eiszeitliches 
   Geschiebe aus Uppland, Schweden), FO: Johannistal, Ostholstein

 
Granodiorite können Einschlüsse von feinkörnigen mafischen Fremdgesteinen enthalten, meist SiO2-ärmere Gesteine wie Diorit, Quarzdiorit oder Gabbro. Solche Xenolithe sind beispielsweise charakteristisch für den oben gezeigten Uppsala-Granodiorit.
(Bildbeispiele: http://www.strand-und-steine.de/gesteine/gebrauchssteine/wegebau/steinpflaster/steinpflaster.htm.)
 
     Granodiorit, Strandstein (eiszeitliches Geschiebe vermutl. aus
    Mittelschweden), FO: Helgoland, Aade
    Tittlinger Granodiorit, Steinbruch Fürstenstein
  Granodiorit, Handstück aus dem Anstehenden,
   NE Eksjö, Nordwestsm
åland, Schweden,
   Sgl. Figaj
 
 
 
Granodiorit kommt weltweit vor, sowohl als eigenständige Komplexe oder eingelagert in Granitvorkommen.
Als Vorkommen sind beispielsweise zu nennen: die Svecofenniden in Finnland und Schweden; der Odenwald, Bayerischer Wald, Harz, Schwarzwald und die Lausitz in Deutschland...

 

Die Verwendbarkeit der Granodiorite entspricht der der Granite, sie haben ähnliche technische Eigenschaften. Wegen ihrer Härte und Widerstandsfähigkeit eignen sie sich gut als Bauwerkstein und wurden so bereits in der Antike verarbeitet.

Da der petrographisch begründete Unterschied zwischen Granit und Granodiorit im Allgemeinen nicht bekannt ist, werden Granodiorite landläufig unter Granit subsumiert, auch im Handel.
 
 

Literatur z. B.:
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008
weitere Darstellungen und Gesteinsbeispiele über:
http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/granitoide/uppland/uppsala/uppsalatext.html
http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/granitoide/smalandgranite/grauervaexjoe/grauervaexjoetext.html

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