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Ignimbrit (Schmelztuff)

Die noch junge Bezeichnung "Ignimbrit" enthält zwei geradezu widersprüchliche lateinische Wortteile: ignis = Feuer, imber = Regen. Damit soll das Phänomen pyroklastischer Ströme umschrieben werden: Ignimbrite entstehen aus den bims- oder ascherreichen Ablagerungen eines "Feuerregens".
 

Pyroklastische Ströme entstehen an Vulkanen, die SiO²-reiche (saure) und dadurch gasreiche Lava auswerfen. Diese kieselsäurereiche Schmelze ist zähflüssig und kann sich leichter aufstauen als die leichtflüssige basaltische Lava. Der innere Druck im Vulkanschlot steigt dadurch,
bis es zu einer gewaltigen Explosion kommt  -  mit extrem heißen und schnellen, gasreichen Glutlawinen aus halb geschmolzenen Gesteinsbrocken, glühenden Schlacken-fetzen und Asche.

Infolgedessen bestehen die Ablagerungen aus diesen Strömen (Ignimbrite) aus einem unsortierten Gemenge aus Gesteins-Brocken, Glasfragmenten, Kristallen, Bims und Asche. Eine Sortierung erfolgt lediglich in der Art, dass die schwereren Gesteinsklasten bodennah transportiert werden, während die Asche und die Gase nach oben gewirbelt werden und weit verlagert werden können.

Liegt die Temperatur in einem sehr hohen Bereich, verschweißen die Gesteinsbestandteile in einer glasig-schaumigen Masse. Die Bimsfladen werden zu charakteristischen flachen und kurzen Streifen ("fiamme"), siehe nebenstehendes Bild. Dann entsteht der Ignimbrit.
    Ignimbritische Hälleflinta (Eutaxitisches Gefüge),
   
Geschiebefund im eh. Kieswerk Barsbüttel,
   Sgl. AfG Hamburg    (Breite des Steins: 12 cm)                Detailbild

Unter den schwedischen Hälleflinten treten metamorph überprägte, ignimbritische Formen mit eutaxitischem Gefüge (mit "fiamme") auf. Kristallreiche Ignimbrite werden in der Geschiebekunde als "ignimbritischer Porphyr" bezeichnet.
Beispiele:
  Ignimbrit, Strandstein (eiszeitliches Geschiebe, vermutl. aus Småland), FO: Waabs, SH
 


  

   Ignimbritische Hälleflinta,
 
 streifig geflammt,
  
Nahgeschiebe in einer Kiesgrube,
  Solhester, Småland, Südschweden,
  
(Breite des Steins: 6 cm)
   
 



   Ignimbritischer Porphyr
,
  reich an kristallinen Einsprenglingen
  und "fiamme",
  Geschiebefund,
  Herkunft: vermutl. Älvdalen, Dalarna, S
  FO: Ny Borre, Insel M
øn, DK
  Sgl. R. Hanning
 
   




    porphyrischer Ignimbrit
,
   quarzreich,

   Strandstein (eiszeitliches Geschiebe),   
    Herkunft: Åland-Archipel
   ("Åland-Ignimbrit")
 
   FO: Voderupklint, Ærø, DK
  




    Ignimbritische Hälleflinta

   2 kleine Strandsteine
   (Breite: 7 cm und 6 cm),
   Herkunft:
Småland,
   FO: 1. Falshöft, 2. Ærø, DK
  Ignimbritische Hälleflinta,
  (Stein benässt)
  Strandstein, FO: Todendorf, OH 
  (Breite des Steins: 14 cm)
   




   


    schwarzer Ignimbrit
,
   Herkunft unbestimmt
   (evtl.
Småland),
   Strandstein (eiszeitliches Geschiebe),
   FO: Dollerupholz, Fl. Förde

  
 
     
als Strandsteine:
Stoltera, Mecklenburg Stensigmose, DK Voderupklint, Ærø, DK

 

Literatur z. B.:
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008
Infos siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Ignimbrit
und: http://www.kristallin.de/Glossar/Ignimbrit.htm

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