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Gesteine  -  Magmatite  - Subvulkanite

Porphyr (porphyrisches Gefüge)

Die Bezeichnung "Porphyr" geht auf das griechische Wort für purpurfarben = porphyra zurück. Die Farbe Purpur bzw. das Gestein Porphyr galten als besonders exklusiv und waren den Tempelanlagen - oder später den römischen Kaisern vorbehalten. Das einzige Vorkommen eines purpurrotem Porphyrs gab es in dem berühmten Steinbruch von Mons Porphyrites (östlich des Nils in Ägypten gelegen).


In der heutigen Klassifikation steht der Begriff "Porphyr" nicht mehr für eine Gesteinsart, sondern für einen Gefügetypus. Gesteine mit "porphyrischem Gefüge" weisen große, gut ausgebildete Kristalle in einer feinkörnigen Grundmasse auf. Die Bezeichnung „Porphyr“ sagt also nichts aus über die chemisch-mineralische Zusammensetzung des Gesteins.
Stofflich stimmen die Einsprenglinge vielfach mit den Bestandteilen der Grundmasse überein, sie bestehen meist aus Feldspäten. Porphyre werden häufig mit einem Präfix versehen, welches sich auf die Einsprenglinge bezieht, z. B. Quarzporphyr,  Feldspatporphyr, Augitporphyr...
Norddeutsche Geschiebeporphyre sind i. A. nach dem Ort ihrer Herkunft benannt.

Man unterscheidet quarzreichen (Quarzporphyr bzw. Rhyolith) oder quarzarmen Porphyr (Andesit, Trachyt, Dacit). Quarzarme Porphyre können geringe Spuren von Quarz in der Grundmasse enthalten.
     trachytischer Porphyr aus dem Oslo-Gebiet
    (sog. Rektangel-Porphyr), Geschiebefund, FO: Wulmstorf,
    AfG Hamburg   (Breite des Steines: 16 cm)   Detailbild

Gesteine mit porphyrischem Gefüge entstehen in mehreren Phasen:
A.  Gesteinsschmelzen beginnen tief im Erdinneren, langsam zu erkalten. Es bilden sich  -  den Schmelzpunkten der gelösten Minerale entsprechend  - erste größere Kristalle (häufig Feldspäte), die in der noch zähflüssigen Restschmelze schwimmen.
B.  Wird dieses Magma anlässlich einer Eruption zu schnellen Aufstieg veranlasst, kühlt es sehr rasch ab. Auch der bislang noch flüssige Anteil erstarrt, und zwar zu einer sehr feinkristallinen Matrix. Je rascher die Abkühlung erfolgt, desto feinkörniger wird die Grundmasse. Die großen bereits ausgeformten "Vor-Kristalle" (Einsprenglinge) bleiben  -  eingebettet in dieser Matrix  -  erhalten. Sie haben eine Größe zwischen einigen Millimetern und wenigen Zentimetern - mehr oder weniger in idiomorpher Kristallgestalt.

Porphyre mit zunehmend gröberer Grundmasse stellen  -  als Granitporphyre  -   Bindeglieder zu granitischen Plutoniten dar.
 
 
Auf Grund der petrographischen Variationsbreite können porphyrische Gesteine ein recht unterschiedliches Erscheinungsbild bieten. Sowohl in der Farbigkeit (von rötlich über braun zu grau und schwarz) als auch in der Art der Einsprenglinge gibt es signifikante Abweichungen.
Die Bezeichnung "Porphyrit" verweist auf quarzarme Vulkanite andesitischer Zusammensetzung mit ausschließlich Kalknatronfeldspäten (Plagioklasen) als Einsprenglinge, die das Gestein oftmals dicht besetzten.
 
Im Laufe der langen Erdgeschichte im skandinavischen Raum hat es an verschiedenen Stellen des heutigen Norwegens, Schwedens und Finnlands Vulkangebiete gegeben. Mit dem Inlandeis sind daher sehr viele unterschiedliche Porphyr-Varianten als Geschiebe nach Norddeutschland transportiert worden.
 
Gesteinsbeispiele (Geschiebefunde):
Åland-Quarzporphyr,
FO: Broager, DK
Åland-Quarzporphyr,
FO: Ærø, DK
Rödö-Quarzporphyr,
FO: Habernis
Åland-Quarzporphyr,
FO: Skeldekoppel, DK
Quarzporphyr, FO: Grube Weding
(Typ Gustaf-Porphyr, Schweden)
Syenitporphyr, FO: Bockholm
(evtl. Vettakollen-Typ, Oslo)
Syenitporphyr, FO: Todendorf
evtl. Herkunft: Südwestschweden
Rhombenporphyr (Oslo-Gebiet),
FO: Halk Hoved, DK
Porphyr, FO: Bockholmwik,
(evtl. aus dem Ragunda-Gebiet)
Bottensee-Porphyr,
FO: Ærø, DK
Bottensee-Quarzporphyr,
FO: Kiesgrube Weding
Älvdalen-Porphyr (Dalarne),
FO: Westerholz
Påskallavik-Porphyr (Småland)
FO: Varnæs, DK
Småland-Granitporphyr,
FO: Røsnæs, DK
Granitporphyr, FO: W Flensburg Herkunft unbestimmt Porphyrit, Herkunft unbestimmt,
FO: Todendorf, OH

 
Porphyrische Gesteine, insbesondere mit sehr feinkörniger oder dichter Grundmasse, sind sehr harte und widerstandsfähige Gesteine. Sie können poliert sehr dekorativ wirken und werden gern als Naturwerkstein verwendet  -  darüber hinaus heute vor allem als Material für die Schotter- und Splitherstellung.

     
   
für weitere Infos siehe z. B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Porphyr
http://www.steine-und-minerale.de/atlas.php?f=3&l=P&name=Porphyr
 

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