Logo

Gesteine  -  Metamorphite  -  Quarzite (Quarz-Granofels)  

Quarzite entstehen als Metamorphite aus Quarzsandsteinen  -  der Name weist darauf hin, dass sie zu sehr hohen Anteilen (> 80%) aus Quarz bestehen. Bei der Metamorphose werden die Quarzkörner des ursprünglichen Sandsteins rekristallisiert und fest miteinander verschweißt, indem durch Drucklösung an den Korngrenzen eine Versinterung stattfindet. Je nach Metamorphosegrad können ausgesprochen harte und - durch Abrollen in der Brandung oder durch Windschliff - glatte Gesteine entstehen.
 
  Reine Quarzite sind meist weiß oder weißgrau.
Gelbliche und rötliche Färbungen werden durch Beimengungen von Eisenmineralien verursacht (gelb durch Limonit, rot durch Hämatitpigmente). Dunkle Einfärbungen entstehen durch staubfeine Verunreinigungen von Magnetit. Selten treten grünliche oder blaue Tönungen auf, verursacht durch Chlorit oder Disthen.
Quarzite mit geringerem Metamorphosegrad zeigen ein granoblastisches Gefüge, in dem oft noch eingestreute Feldspatkörner, Glimmerblättchen oder Schwermineral-Körnchen erkennbar sind.
Auch eine ursprüngliche Schichtung kann in schwachen Farbunterschieden noch wahrnehmbar sein.

Farbvarianten bei Quarziten (alle Beispiele stammen von Anstehendproben aus Schweden, Sgl. Pittermann u. Wilske)
 
Die Rekristallisation bei der Entstehung des Quarzits kann zu feinkörnigen Kristallbildungen von Nebenbestandteilen führen, im nachfolgenden Beispiel sind schwarze Magnetitkörnchen (Magnetwirkung!) und Hämatitstaub auszumachen. Eventuelle weitere Minerale sind auf Grund ihrer Feinkörnigkeit optisch nicht zu bestimmen.
 


 magnetitführender Quarzit,
 FO: Frydendal. DK
 (nasse Geschiebeoberfläche)
 
 
Durch erhöhten Gehalt von bestimmten Begleitmineralen können speziellere Varianten entstehen,
z. B. Fleckenquarzite, Glimmerquarzite, Disthenquarzite...
 
Einige Beispiele:
Aus der Västervik-Region (Nordostsmåland) kennen wir Metasedimentite in einem Spektrum von reinem Quarzit über Glimmerquarzit bis zu feldspat- und/oder biotitreichen Fleckengesteinen.
grauer Västervik-Quarzit roter Västervik-Quarzit Quarzit (mit erhaltener Schichtung) Quarzit (mit Rippelmarken)
Glimmerquarzit, Västervik (Breite des Steins: 12 cm) Glimmerquarzit, FO: Møns Klint (Breite des Steins: 11 cm), Sgl. AfG HH
Glimmerquarzit, FO: Skeldekoppel, Broager, DK Glimmerquarzit, FO: Johannistal, OH
Das rot-schwarze Västervik-Fleckengestein ist ein charakteristisches und am Strand relativ häufig zu findendes glaziales Geschiebe (Leitgeschiebe), siehe Bilder dort.
 
Glimmerquarzite treten auch innerhalb der Västanå-Formation in Südschweden (Westblekinge) auf.
  
  Die Glimmerquarzite der Västanå-Formation
  enthalten nicht schwarzen Biotit-Glimmer
  (wie die Västervik-Gesteine) sondern
  hellen Muskowit.

  Anstehendprobe, Västanåmark, Schweden
 
weitere Bilder über: http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/glimmerschiefer/vaestanatext.html 
     
Fleckenquarzite als spezielle Ausformungen von Glimmerquarziten kommen in verschiedenen Gebieten in Skandinavien vor.
  
  Am häufigsten gefunden werden
  Fleckenquarzite, die dem Küstengebiet östlich
  von Stockholm zugerechnet werden (auch
  wenn das Anstehende nicht bekannt ist,
  die sog. Stockholm-Fleckenquarzite.

  Geschiebefund, Strandstein Norgaardholz, SH
  (Breite des Steins: 18 cm)
weitere Bilder: http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/fleckenquarzit/fleckenquarzit_text.html
 
Disthenquarzite sind eine farbschöne Besonderheit unter den quarzitischen Metamorphiten. Die hier gezeigten Anstehendproben stammen von einem Abbau nahe Torsby, Värmland. Dort besteht das Gestein zu zu 50 - 70% aus Quarz und zu 30 -50% aus hellblauem Disthen (Kyanith). Als Nebenbestandteile treten brauner Rutil (1 bis 2%), stark blauer Skorzalit, Pyrit, Zirkon und Magnetit auf.
weitere Bilder und Infos unter:
http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/disthenquarzit/disthenquarzittext.html
 
Quarzitische Sandsteine stellen Übergangsformen zwischen quarzgebundenen Sandsteinen und Quarzit dar. Die Diagenese führt zu einem quarzitähnlichen Erscheinungsbild, aber bei genauerem Hinsehen sind  -  zumindest lagenweise -  noch Sandkörnchen erkennbar.
 

  quarzitischer Sandstein,
  Strandstein,
  FO: Skeldemark, Broager, DK 
  (Breite des Steins: 10 cm)
 
     
Quarzite und quarzitische Sandsteine sind am Strand häufig zu finden:
Quarzit, Habernis 
Glimmerquarzit, Klintinghoved, DK  Fleckenquarzit, Kegnæs, DK  Quarzit mit Lebensspuren, Hesselager, DK  Quarzit mit Spurenfossil,
Havnebyen, DK 
 
An den Stränden der nordjütischen Westküste kann man unter den von der Brandung schön abgerollten Strandsteinen viele Quarzite oder andere silifizierte Metamorphite finden. Sie stammen überwiegend aus den südnorwegischen Kaledoniden.  Sgl. Figaj

       

Literatur z. B.:
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008)
 
   

zum Überblick: Metamorphite
zum Überblick: Gesteine