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Was ist eine Gletschermühle?
Ein Gletschertopf?
Gletscher gleiten über unebenes Gelände. Dadurch entstehen
stauchende und dehnende Bewegungen im Eiskörper, die ihn mit einer Vielzahl von Rissen
durchziehen. Das an der Oberfläche
durch die Sonneneinstrahlung sich bildende Schmelzwasser sammelt
sich in Lachen oder größeren Seen und fließt
in den Gletscherrissen ab. Größere Mengen an strömendem
Schmelzwasser schaffen dabei vertikale Schächte, in denen das
Wasser strudelnd in die Tiefe stürzt (Gletschermühle). Dieses Wasser reißt oft
Gestein aus dem Eis mit und schleift es in seiner kreisenden
Bewegung rund. Im Verein mit diesem Geröll schleift sich das
strudelnde Wasser auch in den Felsuntergrund ein, schafft
schüsselartige Vertiefungen und sogar tiefe runde Schächte -
Gletschertöpfe. |
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| Sowohl in den Alpen als auch in Schweden und
Norwegen gibt es tief in den Felsuntergrund modellierte
Gletschertöpfe. |
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Im Naturreservat Steneby in Dalsland sind
mehrere Gletschertöpfe (jättegrytorna) erhalten. Sie wurden von
dem überaus wasserreichen, machtvollen Schmelzwasserstrom geschaffen, der hier einst (vor 12.000 bis
10.000 Jahren) aus dem abschmelzenden Inlandeis abfloss. Der
heute ruhig fließende Stenebyälv ist ein schwacher Nachfahr der
damals heftig strudelnden Wassermassen.
Zwei Typen an Gletschertöpfen sind in diesem Gebiet erhalten:
a. runde tiefe Schächte mit einem Durchmesser von mehreren
Metern und b. halbkreisförmige Aushöhlungen in senkrechten
Felswänden (Bild rechts).
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halbrunder Typ: "Ingegerds kammer", 7 m tief und 10 m im
Durchmesser |
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| Vier verschiedene,
voll runde Gletschertöpfe im Naturreservat Steneby |
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Einer der größten Gletschertöpfe in
Schweden ist "Perkils kättil" in
Östergötland.
12 m tief (!) bei einem Durchmesser
von ca. 4 m
Literatur:
Perkils kättil
Hans G. Johansson
GFF Stockholm Volume 91, 1969 - Issue 2
Pages 283-285 |
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Dieses Bild (rechts) zeigt einen der kleineren im größten
Gletschertopfgebiet Schwedens, im Naturreservat Brobacka
(Västergötland).
Das Reservat enthält 40 unterschiedlich große Gletschertöpfe,
der größte misst 18 m im Durchmesser!
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In den glazialen Akkumulationsgebieten des südlichen Ostseeraums
konnten im lockeren Sediment des Bodens keine
Gletschertopf-Aushöhlungen dauerhaft erhalten bleiben. Es hatte
jedoch auch hier Gletschermühlen im Landeis gegeben, in denen
über dem hart gefrorenen Untergrund kreisend strudelndes
Schmelzwasser Steine bewegte und vollendet rund schliff.
Solche "Gletschereier" können in Kiesgruben
(zuweilen auch auf einem Acker) gefunden werden. (Funde am
Strand lassen immer die Frage offen, ob der Wellenschlag die
Form gegeben hat!)
Auswahl von Gletscher-"Eiern"
im Eiszeit-Haus Flensburg
(Sgl. H. Meisinger, eh. KG Kiskelund und Rødekro) |
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