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Gesteine  -  Metamorphite  -  Granulit

 
Granulite sind feinkörnige Metamorphite, die unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen (Granulitfazies) gebildet wurden. Das  -  z. B. noch im Granit enthaltene  -  Kristallwasser entweicht dabei. Granulite können auf feldspat/quarzreiche oder auf dunkle (basische) Granitoide zurückzuführen sein, entsprechend kommen
a. helle (felsische) oder b. mafische Granulite vor.
Neben den Hauptbestandsteilen (a. Feldspat und Quarz und b. Pyroxen, Plagioklas und Granat) können als Nebenbestandteile Disthen, Sillimanit, Rutil, Cordierit, Ilmenit auftreten.
Auf Grund der Feinkörnigkeit sind Bestimmungen oft erschwert. An den Ostseestränden können am ehesten mafische Granulite und insbesondere Granatcoronite aus Südwestschweden gefunden und erkannt werden.
     
       
   



  granatreicher Granulit,
  (angefeuchtet)
  Strandstein, FO: Hubertsberg, OH
  (Breite das Steins: 7,5 cm)
 
In der südwestschwedischen Granulitregion treten metamorph überprägte helle (und mafische) Granulite auf. Die felsischen, granatfreien Schonen-Granulite werden als Leitgeschiebe beschrieben (Smed 2002). Sie sind charakterisiert durch das weitgehende Fehlen von mafischen Mineralen und plattig ausgewalzten grauen Quarz:
 


  Schonen-Granulit,
  (angefeuchtet)
  Strandstein,
  FO: S
ønderborg, DK
  (Breite das Steins: 13 cm)

  ein weiteres Beispiel:
  Totale, Detail FO: Sønderborg, DK
  (Breite des Steins: 8,5 cm)

 

   deformierter
(=metamorph überprägter)
   Granulit
,
  stark verwitterter Strandstein,
  FO: Emmerlev Klev, DK
  (Nordsee = saalezeitliche Altmoräne) 
  (Breite das Steins: 8 cm)
  


  Kontakt: deformierter Granulit und
  Dolerit
,
  Strandstein, Nahgeschiebe
  FO: Arild, Kullen-Halbinsel, S,
  Sgl. Figaj
 (Breite das Steins: 10 cm)
 


   epidotisierter Schonengranulit
,
  hydrothermal mit Epidot überprägt
  (= gelbgrüner Belag und
  Durchaderung des Granulits),
  nasse Geschiebeoberfläche eines
  Strandsteins, FO: Frydendal, Als, DK
  (Breite des Steins: 9,5 cm)
 


  epidotisierter Granulit,
  Feldspat vollständig in Epidot
  umgewandelt, Quarzschlieren erhalten,
  nasse Geschiebeoberfläche eines
  Strandsteins, FO: Hoekholz, SH,
  (Breite des Steins: 5,5 cm)

In der südwestschwedischen Granulitregion kommen als basisches Pendant zu den felsischen Granuliten
mafische Granulite
vor. Sie bestehen in erster Linie aus Pyroxenen, Plagioklas und (häufig) Granat.
  Feinkörnige und granatarme mafische
  Granulite entstehen unter weniger hohen
  Drücken als granatreiche grobkörnige
  Granulite.  
 
  Feinkörniger mafischer Granulit,
  Strandstein, FO: Broager, DK
  (Breite des Steine: 8 cm)
  Granatreicher mafischer Granulit,
  Strandstein, FO: Westerholz,
  Flensburger Förde
  (Breite des Steins: 8,5 cm)  
Granatreiche mafische Granulite weisen besonders markante Gefüge auf, wenn Reaktionskoronen aus rotem Granat um die schwarzen Pyroxene ausgebildet wurden. Diese "Granatcoronite" (Vinx 1996) entstehen in granulitfazieller Hochdruckmetamorphose.
 

   Granatcoronit
,
  Strandstein, FO: Fyns Hoved, DK
 
  (Breite des Steins: 7,5 cm)
  Granatcoronit,
  Strandstein, FO: Sjælland Odde, DK
 
  (Breite des Steins: 9 cm)
 

   granatreicher Granulit,
 
  mit polierter Fläche,
  Strandstein, FO: Frydendal, Als, DK
  (Breite des Steins: 8,5 cm)
 
 
 
Literatur z. B.:
Smed, P. 2002: Steine aus dem Norden. Verlag Bornträger.
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008)
Vinx, R. Steine an deutschen Küsten. Finden und Bestimmen. (Quelle & Meyer 2016)
 

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