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Gesteine - Leitgeschiebe

Von den meisten Steinen, die wir bei uns finden, wissen wir nicht, in welchem Teil Skandinaviens sie ursprünglich entstanden sind. Über Millionen von Jahren gehörten sie dem Gesteinsverband einer Region an, ganz sicher in beträchtlicher Erdtiefe - bis sie durch Abtragung der aufliegenden Schichten und die gewaltigen Wirkungen der Eiszeiten als Findling, Geröll oder Kies zu uns verfrachtet wurden.
Wir begegnen diesen „Geschieben“ als heimatlosen, namenlosen, mehr oder weniger rätselhaften Boten weit entfernter Landschaften und fragen uns: wo kommst du her?

Unter den Tausenden unterschiedlicher Erscheinungsformen gibt es jedoch auch solche, deren Gepräge und Zusammensetzung einerseits unverwechselbar sind und die andererseits einem begrenzten Herkunftsgebiet sicher zugeordnet werden können. Sie können nicht nur petrographisch beschrieben, sondern mit einem Lokalnamen versehen werden. Ihr Weg kann zurückverfolgt werden. Sie werden für die Geschiebekunde zum Informationsträger, weil sie Auskunft über die Richtungen der Eisbewegungen geben. Sie sind „Leitgeschiebe“. Es sind überwiegend Granite und Porphyre aus dem Oslogebiet, aus Süd- und Mittelschweden, aus dem Ostseeraum und Süd-Finnland.

Ein Freund kristalliner Geschiebe wird mit einiger Übung am Strand immer wieder „guten Bekannten“ begegnen, manchen häufig, manchen selten, auf manche Begegnung wartet er lange Jahre vergebens…

 

     
  Rhombenporphyr      Brauner
  Ostsee-Quarzporphyr
    Västervik-
  Fleckengestein
           
           
  Hinweis:
  Auf der von mir erstellten Online-Referenzdatei für kristalline Gesteine aus dem skandinavischen Raum finden Sie umfassendes Bildmaterial, beschreibende Texte sowie Literatur- und Herkunftshinweise:                          
    http://www.skan-kristallin.de/