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Gesteine  -  Metamorphite  -  Marmor   

Der Name "Marmor" geht auf das griech. Wort "Marmaros = Fels, Kalkstein zurück. Ebenfalls verwandt das griech. Wort marmarein = glänzen. Im Mittelalter wurde im germanischen Sprachraum daraus das Wort Marmel gebildet (als sprachlicher Rest in "Murmel" erhalten).
Marmor entsteht durch die Umwandlung von Karbonatgesteinen (Kalkstein oder Dolomit), u. U. mit Beimengungen von organischem Material oder Silikatmineralen. Reiner Marmor (kristallisierter Kalkstein) ist von weißer oder zart gelblicher Farbe (berühmtes Beispiel: Carrara-Marmor und die daraus gefertigten Skulpturen).
Als Nebenbestandteile können vorhanden sein: Chlorit, Serpentin, Epidot, Glimmer, Limonit, Granat, Pyrit, Graphit und Quarz. Sie führen zu grauen, gelben, rötlichen, grünlichen oder sogar schwarzen Tönungen und gegebenenfalls durch tektonische Durchbewegung (Brüche oder Faltungen) zu gemaserten ("marmorierten") Strukturen.
 
   Kristalliner Kalk, FO: Borreshoved, Broager, DK    
 
An den Steinstränden der Ostsee werden nicht selten kristalline Kalke (Marmor) als glaziale Geschiebe aus Skandinavien gefunden  -  sie wurden früher von Sammlern als "Urkalk" bezeichnet.
Bekannt auf Grund seiner europaweiten Nutzung ist insbesondere der Marmor von Kolmården in Uppland, Schweden. Er ist durch einen hohen Serpentingehalt überwiegend grünlich gefärbt  -  wobei das Erscheinungsbild aber durchaus variiert und auch dunkle Einlagerungen durch Pyroxene und Olivin vorkommen. Metamorphe Kalkgesteine kommen auch als Umgebungsgestein der Eisenerzlagerstätte von Dannemora vor (Dannemora-Marmor), diese sind häufig grauschwarz eingefärbt, auch gebändert.             
     
   


  Marmor, vermutl. von Kolmården
  flacher Strandstein
  (obere Bilder in Aufsicht, untere von der Seite)
  FO: Hubertsberg, OH
  (Breite des Steine: 7 cm)
     
 

   Kristalliner Kalk
, vermutl.
von Kolmården,
  Bruchfläche eines Strandsteins,
  FO: Waabs, SH
 
 (Breite des Steins: 9 cm)
     
 

  Marmor
, vermutl. von Kolmården,
  Geschiebe mit Schlifffläche,
  FO: Berlin,
  Sgl. Uni Bremen
 
 

   Kristalliner Kalk
(Marmor),
  abgesprengtes Stück eines größeren
  Geschiebes, Strandstein,
  FO: Heiligenhafen, OH 
  (Breite des Stücks: 9,5 cm)
 
 


   Kristalliner Kalk
, evtl. von Kolmården,
  Bruchfläch eines Strandsteins,
  FO: Katharinenhof, Fehmarn,
 
     
   

    Kristalliner Kalk
,
   Strandstein mit Bruchfläche,
   FO: Emmerlev Klev, DK
   (Breite des Steins: 9,5 cm)
 
 

   Marmor
,
  reich an mineralischen
  Nebenbestandsteilen  =  "marmoriert",
  polierte Fläche eines Strandsteins unbekannter
  Herkunft,
  FO: Brodtener Ufer
  (Breite des Steins: 11,5 cm)
 
 
 
weitere Bilder und Infos zu Kolmården unter:
http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/kolmarden/kolmardentext.html  

Marmor ist seit der Antike als bedeutender und hochwertiger Bau- und Skulpturenstein in vielfältiger Verwendung. Die größten europäischen Abbaugebiete liegen im Mittelmeerraum.
 
         
Literatur z. B.:
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008)
Wimmenauer, W.: Zwischen Feuer und Wasser. Gestalten und Prozesse im Mineralreich. Verlag Urachhaus, Stgt. 1992
weitere Bilder und Infos unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marmor
 
   

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