Gesteine - Brekzien
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Sie werden verursacht durch das Zerbrechen von Gestein im
Kontext einer Störung, durch Verwerfungen in Gesteinskörpern,
die zu Reibungen oder Absackungen führen. Aufreißende Spalten
füllen sich mit Trümmerstücken, die durch mineralische Lösungen
zementiert werden. Relativ häufig können Brekzien aus roten Gesteinen gefunden werden, die von weißen Riss- bzw. Spaltenfüllungen durchzogen sind. Das Ursprungsgestein kann (meist überprägte) granitische Merkmale aufweisen (2. Stein) oder auch dicht sein und an einen aphyrischen Rhyolith erinnern (1. Stein). Das verkittende Mineral ist Quarz. Diese Art Brekzie wird gerne als Forsmark-Brekzie bezeichnet - was als voreilig zu beurteilen ist, denn ein solcher Brekzien-Typus ist in Schweden in Varianten vielfach anzutreffen. Abbildungen einer Forsmark-Brekzie hier. |
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Strandstein FO: Hökholz |
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Strandstein, FO: o. A. Sgl. Figaj |
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Strandstein, FO: o. A. Sgl. Figaj |
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Strandstein, FO: o. A. Sgl. Tüxen |
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| Hydrothermale Durchsickerung in der Spätphase der Gesteinsbildung kann feine Netzwerke von Rissen im Gestein mit quarzreichen Lösungen zur Erscheinung bringen. Es handelt sich dann nicht oder nur in geringem Maß um brekziöse Vorgänge. Beispiel unten: ein heller Granitoid mit einer roten Durchaderung (Jaspis oder Karneol). | |||
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Strandstein, FO: Neukirchen |
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Ein weiteres, häufiges Mineral hydrothermaler
Spaltenfüllungen ist Epidot. Er tritt
oft in Bewegungsfugen
roter Granitoide oder Gneise auf. Häufiger allerdings durchzieht
er in feinsten Äderchen und Ausfällungen das Gestein
- dann nicht innerhalb brekziöser Prozesse,
sondern in Vorgängen in der Spätphase der Gesteinsbildung, wenn
heiße Fluide als letzte Ausfällungsprodukte den Gesteinskörper
durchziehen. (Siehe auch: Vinx, R. "Steine an deutschen
Küsten".) Als "Unakit" werden epidotreiche Schmucksteine gehandelt. |
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Alterierter (epidotisierter und von Quarzsäumen begleiteter) Gang in einem roten Granitoid. Strandstein FO: Dollerup |
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Strandstein,
FO: o. A. Sgl. Tüxen |
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| Eine weitere Form tektonischer Brekzien geht
auf intrusive Prozesse zurück (Intrusionsbrekzien): Sie entstehen durch das Aufdringen größerer Fremdmagmen-Mengen, verursacht z. B. durch Dehnungstektonik. Aufsteigendes Magma durchsetzt den vorhandenen, gedehnten und vielfach aufreißenden Gesteinskörper. Dadurch werden im Unterschied zu hydrothermal gekitteten Verwerfungsbrekzien brekziöse Gesteine gebildet, deren Grundmasse fein- oder kleinkörnig ist. Von Intrusionsbrekzien zu unterscheiden ist hinsichtlich der Genese Magmamingling. Das wird ausgelöst durch das Zusammentreffen zweier chemisch unterschiedlicher Magmen, die sich mechanisch vermengen. Es entstehen somit keine harten Bruchkanten. Da es auch bei den Klasten in brekziösen Vorgängen zu Anlösung und Rundung kommen kann, tritt möglicherweise ein ähnliches Erscheinungsbild auf. Bild rechts (Straßenaufschluss in Kristdala, Südschweden): Ein Wirtsmagma (hellrötlicher Aplit) enthält die Bruchstücke eines Dolerits. |
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| Bilder von Magmamingling aus dem
Anstehenden (Straßenaufschluss und Steinbruch Flakamyra bei
Ragunda, Fotos: R. Zwirner): |
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| Brekziös-intrusive oder Magmamingling-Gefüge können an Geschiebesteinen eher selten klar erkannt und unterschieden werden. Ohnehin werden häufig lediglich Fragmente in Form von Kontaktgesteinen gefunden. Oftmals zeigt der Kontakt das Zusammentreffen eines granitischen/ granodioritischen und eines mafischen (doleritisch-basaltischen) Magmas (letztes Beispiel). |
| Geschiebefunde: |
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Hier drang ein basaltisches
Magma in einen Gesteinskörper aus deformiertem (bis gneisgranitisch metamorphosiertem) rotem Granit ein. FO: Hökholz |
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Kontaktgestein:
zwischen Åland- Ringquarzporphyr und basaltischem Magma. FO: Broager, DK |
| Auch Sedimentgesteine können tektonischen Vorgängen unterliegen und beispielsweise Kalksteinbrekzien entstehen lassen. Rein sedimentäre Vorgänge wären Hangrutschungen und ein Bergsturz. Am Geschiebe ist die Genese nicht ablesbar. Im sedimentären Fall erfolgt die Diagenese mittels der im Gestein vorhandenen Minerale: Calcit und/oder Quarz. Häufig findet eine mehr oder weniger durchgreifende Silifizierung des gesamten Gesteins statt. |
| Sedimentäre Brekzien: | |||
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Silifizierte Kalksteinbrekzie Zementierendes Mineral: Calcit. FO: Hökholz |
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Calcit-gekittete und silifizierte Brekzie, Klasten vermutl. Kalkstein FO: Heiligenhafen |
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Brekzie mit
gerundeten Klasten aus Kreidekalk, Zement: limonithaltiger Feinsandstein FO: o. A. Sgl. Tüxen |
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Brekzie aus schwarzem
Flint, mit silifiziertem Kreidekalk (Opal) gekittet FO: Hökholz, Sgl. Tüxen |
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Aus einer nicht skandinavisch (glazial) beeinflussten Region: Eine Lydit-Brekzie aus der Wedemark (Niedersachsen) - und zwei Lydite (Funde aus der Kiesgrube Brelingen, Wedemark, Sgl. E. Krüger) |
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Radiolarite (Lydite) sind äußerst feinkörnige,
scharfkantig muschelig brechende Sediment-gesteine. Sie
entstanden marin aus den Kieselskeletten von einzelligen
Mikroorganismen (Radiolarien), meist dünnlagig im Wechsel mit
stärker organisch angereicherten Anteilen. Ihr Erscheinungsbild: Tiefschwarze, eher kleinforma-tige Steine, die von einem Aderwerk aus feinen Quarzgängen durchzogen sind. |
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| Last not least: Es können auch brekziöse Gesteine gefunden werden, die durch ihre kristallin-mineralische Ausformung optisch ansprechen und zur Schmucksteinherstellung verwendet werden. Sie bilden sich beispielsweise im Kontext von Pegmatiten durch hydrothermale Lösungen und bestehen vor allem aus Quarz. Durch Zufuhr unterschiedlicher mineralischer Beimengungen entstehen Farbvarianten in den Anwachssäumen des Quarzes (Achatisierung). Unten links und Mitte: 2 Kiesgrubenfunde, FO: Löbnitz. Fotos von M. Torbohm, Sgl. Torbohm. Bei dem Stein rechts handelt es sich um eine Brekzie aus Kalkstein-Klasten, die durch eine Fluorhaltige Lösung gekittet wurden. So bildete sich während des Abkühlens Fluorit (Flussspat), ansatzweise auch in Form kleiner, würfelförmiger Kristalle. Polierte Fläche eines Strandsteins, FO: Eckernförder Bucht, Sgl. W. Bilz, Foto: W. Bilz |
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| Literatur z. B.: Vinx, R.: Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008) Vinx R.: Steine an deutschen Küsten (Quelle & Meyer 2016) Infos auch über: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Geologisches%20Portrait/Lagerst%C3%A4tten/Hydrothermale%20Brekzien-Typ-Lagerst%C3%A4tten?lang=de zu Achatbildungen: Landmesser M. 1992 "Zur Geothermie und Theorie der Achate" |
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zum Überblick:
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