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Gesteine  -  Sedimentgesteine (Ablagerungsgesteine)

Sandstein  -  Kalkstein  -  Flint  -  Konglomerat  - Eisenerze  -  tertiäre Muschelgesteine  -  Weiteres
Vulkanische Auswurfgesteine: Tuff  -  Lapillituff
   
Die Entstehung der magmatischen und metamorphen Gesteine ist unseren Augen entzogen - wo sie sich abspielt, können wir mit unserer Wahrnehmung nicht hinreichen. Die Vorstufe der dritten großen Gesteinsgruppe können wir jedoch wahrnehmen, weil sie auf der Verwitterung bereits gebildeter Gesteine beruht. Und diese erleben wir überall auf der Erde, unterschiedlich stark.

Ein großer Teil der Ablagerungsgesteine wird gebildet durch die Verfestigung dieser anorganischen  Verwitterungsprodukte, Sande, Tone und Kiese. Organische Bestandteile werden in Form tierischer und pflanzlicher Reste eingelagert. Die Aufhäufung der Lockersedimente in den Meeren führt im Lauf langer Zeiträume zu mächtigen Sedimentschichten. Unter dem Gewicht immer weiterer Schichten kommt es zur Diagenese, zur Kompression der unteren Lagen und zur Verkittung und Verfestigung der einzelnen Sedimentkörnchen mit Hilfe mineralischer Lösungen (häufiges Bindemittel: Calcit oder Quarz, auch Hämatit).

Sedimentgesteine sind verknüpft mit der Lebensgeschichte der Erde, sowohl mit ihren klimatischen Prozessen (Verwitterung) als auch mit dem Pflanzen- und vor allem dem Tierreich als Substanzlieferant. Nur in Ablagerungsgesteinen können deshalb Fossilien entstehen. 
   
Sandsteine:  
Bei Sandsteinen besteht das Ausgangs-Sediment  -  worauf der Name hinweist  -  weitgehend aus Sandkörnern  -  und diese vor allem aus Quarz. Andere Minerale (Feldspat, Glimmer, Hämatit, Calcit...) und auch biogene oder gröbere Bestandteile können beigemengt sein. Dadurch können Färbung und Struktur der Sandsteine variieren.
Häufig bleibt eine Ablagerungsschichtung erkennbar, z. B. in einem Wechsel zwischen gröberen und feineren Lagen oder hämatitreichen und hämatitarmen Lagen. Sandsteine liefern eine große Fülle verschiedener Erscheinungsformen.  
   
Beispiele:
weißer Quarzsandstein Sandstein mit Entfärbungsflecken Sandstein mit "hematite staining"
weißer Quarzsandstein Rotsandstein Rotsandstein mit Bleichflecken "Hematite staining"
rotfleckiger Sandstein quarzitischer Sandstein geschichteter Sandstein
Sandstein mit Hämatiteinfärbung Leopardensandstein quarzitischer Sandstein geschichteter Sandstein
Sandstein mit "Kreuzschichtung" Dalarnesandstein mit Trocknungsrissen konglomeratischer Sandstein Kugelsandstein
Sandstein mit "Kreuzschichtung" Sandstein mit Trocknungsrissen konglomeratischer Sandstein Kugelsandstein
Fucoidensandstein Skolithos-Sandstein Glaukonitsandstein Sandstein mit Phosphoritknollen
Fucoiden-Sandstein Skolithos-Sandstein Glaukonitsandstein Sandstein mit Phosphoritknollen
Sandstein mit Rippelmarken Limonitsandstein Tonsandstein
feinkörniger Kalksandstein Sandstein mit Rippelmarken Limonitsandstein Tonsandstein
Feinsandstein Sandstein mit Tonlinsen schieferähnlicher Feinsandstein Arkosesandstein
überprägter Feinsandstein Sandstein mit Tonlinsen welliger Feinsandstein Arkosesandstein
 
Ein bekanntes lokales Sandstein-Vorkommen in Skandinavien:  Nexö-Sandstein  
 
 
Kalksteine
Kalksteine entstanden in der Erdfrühzeit aus Bakterienmatten, in späteren Epochen aus Kalkschalen und Skeletten von kleinsten Meeresorganismen, die zeitweilig in großer Dichte die Meere belebten. Stromatoporen und Korallen bauten Riffkalke auf.
Kalkstein aus den ältesten Ablagerungen gesteinsbildender Bakterien wurde im skandinavischen Raum  -  wie andernorts in den meisten Fällen auch  -  zu Marmor umgewandelt. Ab dem Ordovizium treten Gehäuse bildende Meerestiere auf, die im Kalkstein als Fossilien erhalten sind.

Einige wenige Beispiele:
Orthocerenkalk ordovizischer Kalkstein, Borghamn, SE Ostseekalk silurischer Kalkstein
Orthocerenkalk (Öland) Borghamn-Kalkstein Ostseekalk silurischer Kalkstein (Gotland)
Schreibkreide Saltholmkalk Faxe-Kalk Quellkalk
Schreibkreide Saltholmkalk Faxe-Kalk Quellkalk
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Flint (Feuerstein)
Feuerstein ist ein Kieselgestein (SiO = Quarz) in äußerst feinkörniger (mikrokristalliner), splittrig-harter Form. Der im südwestlichen Ostsee-Raum als glaziales Geschiebe verbreitet auftretende "Baltische Flint" ist überwiegend tiefschwarz gefärbt und findet sich anstehend lagenweise in die weiße Kreide eingebettet  -  gut zu sehen beispielsweise auf Rügen, Møn und am Stevns Klint (Sjælland).
Seine Entstehung und die Art seines Auftretens sind nicht bis ins Letzte geklärt. Angenommen wird die Bildung kieselsäurehaltiger, gelartiger Schichten innerhalb des wabernden Kalkschlamms aus abgestorbenen Meeresorganismen über dem Meeresboden des Kreidemeeres. Aus diesen zunächst hoch wasserhaltigen, opalartigen Lagen härtete über lange Zeiträume hin der wasserfreie Flint aus  -  und bildet nun einen sehr auffallenden Kontrast zu der weichen, weißen Schreibkreide.
       
Flint-Lage in weißem Kreidefels ein "Fuß" aus Feuerstein Schwarzer baltischer Flint in der Kreidehülle unregelmäßig ausgeformte Flint-Lage im Kreidefelsen
Flint in Kreide, Stevns Klint (DK)  ein "Klumpfuß" aus Flint  Flint im Kreidemantel Flint-Horizont, Stevns Klint (DK)
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Konglomerate
Konglomerate entstehen aus der Verfestigung von Kiesen oder kleineren Geröllsteinen, die in einer sandigen Matrix im Vollzug der Diagenese zu einem Gestein verkittet werden. Die Kiese oder Gerölle können einen Flusstransport hinter sich haben oder auch in Strandbereichen vom Wellenschlag gerundet und anschließend unter ruhigen Bedingungen zur Ablagerung gekommen sein. Vielfach bestehen die Bestandteile aus unterschiedlichen Gesteinen, sind aber meist von harter Konsistenz, z. B. Quarze oder Quarzite. In jüngeren Erdepochen können auch weichere oder biogene Gesteine eingelagert werden, im Sonderfall sogar Phosphorite. Das Bindemittel kann Kieselsäure oder Calcit sein, rein oder durch mineralische Beimengungen (wie Hämatit) eingefärbt.
Einige Beispiele:
Konglomerat calcitgebundenes Konglomerat kaledonisches Konglomerat Konglomerat mit Phosphoritknollen
Jotnisches Konglomerat calcitgebundenes Konglomerat Kaledonisches Konglomerat Arnager Konglomerat
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angereichertes Eisen in Sedimentgesteinen
Eisen ist (nach dem Aluminium) das häufigste Metall auf unserer Erde, in fester wie auch in gelöster Form. So begegnen wir ihm auch verbreitet in der Gesteinswelt, als farbgebendes Element in Silikaten (Hämatit), als Beimengung in dunklen Gesteinen (z. B. Basalt), sehr verbreitet als Rost (Brauneisen) in Verwitterungssituationen, als Eisenerz in Lagerstätten und auch in mancherlei Kristallform (meist in Legierungen).
In der norddeutschen Landschaft treffen wir das Eisen sehr häufig als Brauneisen (überwiegend als Limonit) an, meist in Form von Ausfällungen bzw. Verkrustungen und Konkretionen. Die meisten Vorkommen gehen auf die subtropisch warme Zeit des Tertiärs zurück. Raseneisenerz stammt aus der postglazialen Zeit.
Limonitsandstein Raseneisenerz
Toneisenstein Limonitsandstein Raseneisenerz Bohnerz
     
 
Tertiäre Muschelgesteine
Pectunculus-Sandstein phosphoritführender Schluffstein mit Fossilien fossilführender Limonitstein Chaceon miocenicus, Gram
Pectunculus-Sandstein fossilführender Schluffstein Brauneisenstein mit Muscheln Tonstein mit Krabbe
 
 
Ein paar (oft gesuchte und seltener gefundene) Strandraritäten
Markasitknolle Faserkalk Dendriten auf Kalkstein
Markasitknolle Faserkalk Dendriten Bernstein
 
 
Vulkanische Ablagerungsgesteine (Fallablagerungen) aus Pyroklastischen Strömen oder Aschewolken sind zwar magmatischen Ursprungs, setzen sich aber gleich einem Sediment ab.
Fur-Formation Moler, Geschiebe, Fyn vulkanisches Auswurfgestein
vulkanische Asche Zementstein Pyroklastisches Gestein Lapillituff
 
 

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