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Gesteine  -  Sedimentgesteine  -  Konglomerate

Sandstein  -  Kalkstein  -  Flint  -  Konglomerat  - Toneisenstein  -  tertiäre Muschelgesteine  -  Weitere
 
Einige Varianten /Fundbeispiele:
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präkambrisches Konglomerat präkambrisches Konglomerat   Jotnische Konglomerate
Im Ostseeraum treffen wir häufig auf rote, fossilfreie Sandsteine und Konglomerate. Sie entstanden in vegetationslosen, wüsten-ähnlichen Landschaften. Ihre Rotfärbung verdanken sie dem im Sediment vorhandenen Eisen (Hämatit, Fe₂O₃). Es überzieht oxidierend alle Bestandteile und färbt sie rostrot.
Das Jotnium ist ein Zeitalter im Präkambrium, vor ca. 1,4 - 1,3 Mrd. Jahren.
quarzgebundenes Konglomerat quarzgebundenes Konglomerat   Marinen Ursprungs (= im Meer entstanden)und hämatitfrei ist dieser Stein. Er besteht weitgehend aus Quarzsteinchen, das Bindemittel ist Sand. Eingeschlossen sind größere, feinkörnige, tonhaltige Linsen
(grau). 
Die Altersstellung dieses Konglomerates ist ungewiss.
FO: Habernis, SH.    Breite des Steins: 11 cm
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calcitgebundenes Konglomerat calcitgebundenes Konglomerat Detail   Dieses Konglomerat enthält in einer rein weißen, calcitreichen Matrix größere und kleine, wenig oder gar nicht gerundete Steine magmatischen Ursprungs. Sie sind teilweise gebrochen und die Risse mit Calcit gefüllt  -  wie es häufig insbesondere bei Brekzien der Fall ist. 
Der Stein konnte alters- und herkunftsmäßig nicht bestimmt werden.
FO: Westerholz. SH.   Breite des Steins: 7 cm
Sgl. Trendelkamp
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Konglomerat-Geschiebe mit großen Geröllen können einigermaßen imposant aussehen: 
Dieser Stein stammt aus der kaledonischen Gebirgsbildung, es ist ein Biri-Konglomerat. Kennzeichen: In eine sandig-tonige, hämatithaltige Matrix sind große gerundete Gerölle aus Quarz und Quarzit eingebettet, seltener kleine Gneise oder Granitgesteine. Häufig enthält die Grundmasse auch etwas Chlorit und Glimmer. Sgl. Figaj        FO: Hökholz, SH
kaledonisches Konglomerat Kaledonisches Konglomerat Kaledonisches Konglomerat
 
Das folgende Geschiebe, ebenfalls mit großen Geröllen, ist ein Strandstein von Hökholz, SH. Hier ist auch die Matrix recht grobkörnig, ja konglomeratisch. Die Bestandteile sammelten sich wahrscheinlich in schnell strömendem Wasser  -  oder in der Brandungszone eines Strandes.   Herkunft und Altersstellung unbekannt.     Aufnahmen unter Wasser
Konglomerat Konglomerat Konglomerat Detail Konglomerat
 
Vom Strand am Nordskoven, Als, DK stammt dieses Konglomerat. Auf Grund der Bestandteile (große quarzitische Gerölle und Tonstein sowie der Beschaffenheit der Matrix) konnte es als kambrisch bestimmt werden.  Aufnahmen unter Wasser
kambrisches Konglomerat kambrisches Konglomerat Detail kambrisches Konglomerat Detail kambrisches Konglomerat
 
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"Digerberg"-Konglomerate gehören zu den wenigen Konglomerat-Typen, die als Geschiebe sicher bestimmt werden können. Sie stammen aus Dalarna, Schweden und enthalten große Gerölle von erkennbaren Porphyren aus dieser Region. Ihre Matrix ist sehr körnig und variiert in der Farbe zwischen gelb-bräunlich, sandfarben und auffallend rot. Sie kann dicht mit kleineren Steinchen besetzt sein.    
Bilder obere Reihe - FO: Klütz Höved, OH   Aufnahmen unter Wasser
Digerberg-Konglomerat Digerberg-Konglomerat Detail Digerberg-Konglomerat Detail Digerberg-Konglomerat
Digerberg-Konglomerat Digerberg-Konglomerat Digerberg-Konglomerat Digerberg-Konglomerat
FO: Voderupklint, Insel Ærø, DK FO: Heiligenhafen, OH
Unter dem Link https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/sedimentgesteine/digerberg/digerbergtext.html
sind weitere Informationen und Bilder zu diesem Gesteinstyp gegeben.

           
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Auch das Arnager Konglomerat ist als Geschiebefund herkunftsmäßig zuzuordnen. Da die untermeerischen Vorkommen wesentlich ausgedehnter sind als das, was bei Arnager (Bornholm) zutage tritt, ist dieser Gesteinstyp durchaus im Geschiebe anzutreffen. Es handelt sich um einen calcitgebundenen Sandstein, der mehr oder weniger reiche Lagen von Phosphoritknollen enthält. Fossilien sind untergeordnet ebenfalls vorhanden. Arnager Kalksandstein gehört zeitlich in die Kreide, er ist älter als die Rügener Schreibkreide.   Breite des Steins: 19 cm.    FO: Hökholz
Arnager Konglomerat Arnager Konglomerat Detail Arnager Konglomerat Detail
   
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Selten im norddeutschen Raum, doch häufiger in Nord-Dänemark kann man auf einen "Puddingstein" stoßen, ein tertiäres Flintkonglomerat. Es enthält nussgroße und größere Gerölle eines gelblich-braunen, gelbgrauen oder dunkelgrauen Feuersteins. Die Matrix ist mehr oder weniger sandsteinartig und mit einem gelblich-grauen, hornsteinartigen Bindemittel (Kieselsäure) fest verschweißt. Das Anstehende wird anhand der Geschiebefunde im Skagerrak vermutet.   Breite des Steins: 15 cm.     FO: Limfjord, DK.   Sgl. Figaj
Flintkonglomerat Puddingstein Flintkonglomerat Detail
Bei Interesse gibt es weiterführende Informationen unter
https://skan-kristallin.de/norwegen/gesteine/sedimentite/flintkonglomerat/flintkonglomerat_text.html
       
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Ebenfalls aus dem Tertiär stammt dieses Konglomerat.
Es enthält kleine Gerölle und schmale Klasten aus sehr feinlagigem Limonitsandstein in Farben von ockerbraun bis zinnoberrot. Die feinkörnige Matrix besteht aus einem Gemenge aus Sand, Kalk und Ton. In der Hand spürt man die massige Dichte dieses Eisen"erzes". Manche der Limonitklasten erinnern in ihrer Bänderung tatsächlich an Bändereisenerz  -  aber sie sind vergleichsweise weich, nicht verwitterungsresistent.   

FO: Schönhagen, SH.    Sgl. Tüxen

Ergänzung:
Zwei kleine Brocken aus dem Anstehenden in Botswana zeigen 1. die rhythmisch erfolgten, schaligen Verfestigungen / Verkrustungen eines eisenreichen Sediments hier

und 2. die Ausbildung einer harten, schaligen Eisenkonkretion hier.
 Limonitsandstein-Konglomerat
Limonitsandstein-Konglomerat Detail Limonitsandstein-Konglomerat Detail Limonitsandstein-Konglomerat Detail
Limonitsandstein-Konglomerat Detail Limonitsandstein-Konglomerat Detail Limonitsandstein-Konglomerat Detail Limonitsandstein-Konglomerat
 
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Einer sehr anderen Art Ablagerung als der durch die Wirksamkeit des Wassers begegnen wir in vulkanischen Sedimenten. Aus pyroklastischen Strömen und Glutwolken erfolgen Fall-Ablagerungen  - von Bomben bis zu Aschentuffen. Aus der Verbindung von Lapillisteinen und Aschentuff bilden sich in unmittelbarer Folge der Eruption Agglomerate und späterhin Konglomerate. Vulkanische Konglomerate kennen wir im Geschiebe beispielsweise aus dem Oslo-Graben. Hier zwei Geschiebefunde, die durch die Gesteinsart der Klasten die Herkunft aus dem Oslo-Graben verrät. Die Matrix besteht aus verfestigtem Grobaschentuff.
Vulkanisches Konglomerat Vulkanisches Konglomerat Vulkanisches Konglomerat Vulkanisches Konglomerat
Rhombenporphyr-Konglomerat, FO: Voderupklint, Insel Ærø, DK Rhombenporphyr-Konglomerat, FO: Varnæs, DK
     
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Bei reinen Quarzkonglomeraten bestehen sowohl die gerundeten Kasten als auch die verkittendes Matrix aus Quarz.
Stein Nr. 1 zeigt eine weitgehende Übereinstimmung des Klasten-Typs   -  es sind vor allem gelbfarbige Quarze. Sie sind in unterschiedlichen Größen vorhanden, auch als Bestandteil der konglomeratischen Matrix.
FO: Flensburger Förde o. A,  Sgl. Tüxen
Quarzkonglomerat Quarzkonglomerat, Detail Quarzkonglomerat, Detail
  Auch bei diesem Stein bestehen Klasten und Matrix aus Quarz.
Die Quarze sind teilweise bläulich bis rötlich eingefärbt und erinnern dadurch etwas an Achat.
Breite des Steins: 9 cm
FO: Falshöft, SH
     
 
 
 
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