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Gesteine  -  Metamorphite  - Unakit (Epidot)

Neben den häufig verbreiteten Formen von Metamorphiten (Gneis, Schiefer, Marmor, Quarzit, Amphibolit) kommen auch speziellere und seltenere, weniger bekannte metamorphe Gesteine vor.
Nachfolgend einige wenige Beispiele:
Charnockit - Eklogit - Serpentinit - Grünstein - Flammenpegmatit - Hornfels - Hälleflinta - Unakit
 
Unakit (Handelsname)
Die Bezeichnung "Unakit" hat einen Zuordnungswandel erlebt. Seitens der Petrographie wurden ursprünglich als "Unakit" mittelfinnische Gesteine bezeichnet, die vorwiegend aus weißem Feldspat (Albit), rotem Epidot und grünem Chlorit bestehen (Wilkman, Eskola 1927, Lokka 1934 u. a.). Diese Gesteine werden inzwischen als "Helsinkite" beschrieben. Sie bilden sich aus wasserhaltigen Silikatschmelzen bei niedrigen Temperaturen.
Umgekehrt werden heute  -  insbesondere im Edelstein- und Heilsteine-Handel  - epidotreiche rotgrüne Metamorphite als "Unakite" bezeichnet. Ihr Hauptkennzeichen ist roter Kalifeldspat und grüner Epidot. Sie entstehen durch Kataklase (tektonisch bedingte Gesteinszertrümmerung) und durch niedrig temperierte Metamorphoseprozesse (Propylitisierung). Das Ausgangsgestein ist Granit. Die Zertrümmerung ist den Unakiten oft noch anzusehen: viele rötliche Feldspatbruchstücke und -splitter sind in eine grüne epidotisierte Zwischenmasse eingebettet.
Häufig werden heute aber auch alterierte epidotreiche Magmatite mit dem Namen Unakit belegt, wenn durch den Epidot ausreichend Grün in Erscheinung tritt bzw. ein rot-grünes Farbspiel entsteht.
Das für den Unakit vorrangige Mineral Epidot ist ein häufig vorkommender Bestandteil von Metamorphose-Prozessen (Epidot-Amphibolitfazies). Es kann schöne stängelig-faserige Kristalle ausbilden, tritt überwiegend aber äußerst feinkörnig als grünfärbendes Pigment oder hydrothermal als Füllung in Gängen auf. "Epidotisierung" beschreibt den Vorgang der hydrothermalen Umwandlung von dunklen Mineralen wie Hornblende, Augit und Biotit sowie Plagioklas in Epidot.
Unakite sind am Strand nicht selten zu finden, meist als bis handtellergroße Steine, selten größer (bis kopfgroß). 
 
Beispiele:
 
   Unakit
(epidotisierter Magmatit),
   Stein angefeuchtet,
   Geschiebefund, Strandstein,
   FO: Skeldekoppel, Broager, DK  

  (Breite des Steins: 7 cm)
     
   
Unakit
(epidotisierter Magmatit),
    (Trommelstein),
    Geschiebefund, Strandstein,
    FO: Hubertsberg, OH,
   (Breite des Steins: 4,5 cm)
  
    epidotisierter Magmatit,
    Geschiebefund, Strandstein,
    FO: Todendorf, OH,
 
   (Breite des Steins: 6 cm) 
  


   epidotisierter, gneisiger Magmatit,
    Trommelstein,
    Geschiebefund, Strandstein,
    FO: Todendorf, OH,
 
   (Breite des Steins: 5,5 cm)
  
 

   epidotisierter Magmatit
("Unakit"),
   polierte Fläche,
   Geschiebefund, Strandstein,
   FO: Djursland, DK
 
   Sgl. Hanning
  (Breite des Steins: 13,5 cm)
weitere Beispiele für Epidotisierung:
Kataklase und Epidotisierung sind an diesem getrommelten Strandstein gut erkennbar. FO: Hubertsberg, OH (Breite des Steins: 6,5 cm)
   
    epidotisierter Magmatit
,
   Stein angefeuchtet,
   Geschiebefund, Strandstein,
   FO: Habernis, SH
  
(Breite des Steins: 9 cm)
 
Und ein Beispiel der Kristallbildung:
Die Knappenwand im Untersulzbachtal (Österreich) ist berühmt wegen ihres außergewöhnlichen Reichtums an Epidot-Kristallen.
Infos z. B. unter: http://www.mineraliensammler.com/bildergalerien/fundgebiete/knappenwand/epidot.htm 
  

     Epidot-Kristalle
,
    FO: Halde an der Knappenwand,
    Hohe Tauern, Österreich,
   (Breite der kleinen Stufe: 4 cm)
 
 
Literatur z. B.:
Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände, Spektrum (Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2008)
 
   

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