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Gesteine - Findlinge - Findlingsgärten

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Der Findlingsgarten in Grabau

  Ausflügler auf dem Radwanderweg zwischen
Henstedt-Ulzburg und Bad Oldesloe können am
ehemaligen Grabauer Bahnhof eine Rast einlegen
und sich geschiebekundlichen Studien hingeben -
der kleine Findlingsgarten liegt überschaubar und
einladend am Wegesrand.
  Findlingsgarten Grabau  
         
  Allerdings wird an ihm die Crux älterer Freilicht-Sammlungen erlebbar:
Nur wenige (silifizierte, glatte) Gesteinstypen können der Verwitterung und dem Angriff von Moos- und Flechtensporen einigermaßen widerstehen und eine ausreichend erkennbare Gesteinsoberfläche bewahren.
Viele der präsentierten Geschiebesteine warten auf pflegende Zuwendung…
 
     
  Eine bunt gestaltete Info-Tafel gibt einige knappe Informationen
und vermittelt einen Eindruck von der Idee und dem Anliegen der
Anlage.
  Infotafel Grabau  
         
  Doch es gibt einige schöne Exemplare in der Sammlung!
Mit Wasser und Bürste bewaffnet kann man dem einen oder anderen ein „Gesicht“ geben:


 
1  Z. B. einem ansehnlich großen Porphyr aus Ostsmåland.
Er gehört zu der variantenreichen Gruppe der Påskallavik-Porphyre, erkenntlich an der großen Anzahl gerundeter, heller Feldspateinsprenglinge und einigen blaugrauen Quarzen in einer überwiegend bräunlichen Grundmasse. Diese changiert leicht wolkig zwischen mehr rötlichen und schwärzlichen Tönungen - eine Erscheinung, die an einem so großen Geschiebe eher zu erkennen ist als an den sonst häufigen handstückgroßen Strandsteinen.
 
  Paskallavik-Porphyr Ausschnitt Paskallavik-Porphyr    
     Påskallavik-Porphyr          
             
2 Der folgende Dalarne-Porphyr gehört zu den rotgrundigen, einsprenglingsreichen Varianten.
Dalarne-Porphyr Ausschnitt Dalarne-Porphyr    
    Einsprenglingsreicher Dalarne-Porphyr      
Auffallend ist die durchgehend dunkle Imprägnierung der stark gerissenen, eigentlich hellen Alkalifeldspäte -
so ausgeprägt ein nicht häufiges Erscheinungsbild.
Daneben gibt es gelbliche bzw. grünliche Plagioklase und eingestreut mafische Minerale.
 
 
   
3 Erst mit Hilfe von Bürste und Wasser zeigt dieses unauffällige Geschiebe seine leuchtende Farbe und seine Herkunft: es ist ein roter Åland-Granit.  
  roter Aland-Granit Ausschnitt Aland-Granit
   roter Åland-Granit
Ausschnitt Aland-Granit

 
Er besteht aus kräftig rotfarbigem Alkalifeldspat, der durchsetzt und eng verzahnt ist mit milchig-grauem Quarz. Genauere Betrachtung würde ein Gefüge aus graphischen Verwachsungen zeigen, wobei die Quarze als Körnchen oder längliche „Würmer“ in den Feldspat hineinwachsen. Åland-Geschiebe sind verbreitet häufig zu finden und an ihrer typischen Farbigkeit meist gut zu erkennen - wenn auch nicht alle so signalrot sind.
       
       
4 Ein felsitischer Metamorphit lässt bereits in seiner Oberflächenbeschaffenheit seine silifizierte Härte und Glätte erkennen:
Rötlicher Feldspat und bläulich scheinender, milchiger Quarz haben sich zu einem schlierigen Netzwerk „deformieren“ lassen - die Druckwirkung ist deutlich erkennbar. Die spärlich vorhandenen Mafite schließen sich zu undeutlichen Bändersegmenten zusammen.
 
  felsitischer Metamorphit Ausschnitt felsitischer Metamorphit  
         
         
5 Ebenfalls aus Dalarne stammt der buntfarbige Siljan-Granit.
Alle Bestandteile dieses Magmatits lassen sich in der Anschauung klar voneinander unterscheiden: rötlicher Alkalifeldspat, gelber Plagioklas, hellgrauer Quarz und schwarze Mafite.
  Siljan-Granit Ausschnitt Siljan-Granit
    Siljan-Granit       
 
 
6 Einer der wenigen größeren Geschiebeblöcke ist ein Beispiel für Magmamischung aus einer Kontaktzone: Ein doleritisches, feinkörniges Magma in partieller Vermengung mit einem hellrötlichen felsitischen Magma. Dabei kam es zur Bildung von Augit-Großkristallen im Randbereich des hellen Magmas (siehe rechtes Bild).  
  Magmamischung Ausschnitt Magmamischung  
    Magmamischung in einer  Kontaktzone                                mit Augit-Megakristallen    
     
     
7 Last not least das „Flaggschiff“ der Sammlung:
Das einem Bautastein ähnlich  aufgestellte Großgeschiebe zeigt einen nicht näher bestimmbaren Småland-Granit.
 
  Smaland-Granit   Ausschnitt Smaland-Granit
  Småland-Granit
 

 

  Die Steine des Grabauer Findlingsgartens stammen aus verschiedenen Kiesgruben in Stormarn.  
     
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