Berichte - Reisen
Westschweden | Südwestschweden | Südschweden | Bornholm | Südnorwegen | Nordjütland
Bulbjerg Klint in Nordjütland
Bulbjerg Klint ist die Abbruchkante eines langgestreckten Bergrückens, eines in der flachwelligen Dünenlandschaft sehr deutlich wahrnehmbaren Härtlings zwischen der Niederung des Lund Fjord (verlandete Bucht des Limfjord) und der Vigsø Bucht. In dem dänischen Online-Lexikon "Trap Danmark" https://trap.lex.dk/Bulbjerg wird eine Luftaufnahme präsentiert, die diesen Gesteinskörper exzellent zeigt. Aufnahme von der Zufahrtsstraße, von Südwesten |
![]() |
||
Die Bryozoenkalk-Formation des Daniums,
(hellgrün in der
Skizze rechts) gehört zu den jüngeren der mehr als 12
Kilometer mächtigen Sedimentschichten im dänischen Untergrund.
Sie tritt an einigen Lokalitäten in Oberflächen-aufschlüssen
zutage. Zumeist sind es vom Meer geschaffene Aufschlüsse. Am bedeutendsten in Stevns Klint, aber auch in Faxe (Sjælland), Klintholm (Fyn), im Sangstrup Klint und Karlby Klint (Djursland) sowie im Bulbjerg, Klim Bjerg und Hanstholm. Das Danium stellt erdgeschichtlich eine "Zeitenwende" dar, sie konnte nachgewiesen werden in den Ablagerungen am Stevns Klint. (Stevns Klint-Formation) |
Der präquartäre Untergrund im
nördlichen Jütland
|
bearbeitete Skizze nach Angaben in GEUS: Bedrock geology of Denmark |
|
Der Übergang vom Ende der Kreide-Zeit zum Danium
(dem ersten Zeitalter des Tertiär) vor etwa 66 Millionen Jahren
war einer der größten Umbrüche in der Geschichte des
Lebens auf unserer Erde: Nach heutiger Auffassung
führte der Einschlag des Chicxulub-Meteoriten im Golf von Mexiko
zu einem "Einschlagswinter", zu einer nahezu unbewohnbaren Welt
und zu einem Massenaussterben (dem auch die Dinosaurier zum Opfer
fielen), zeitgleich schuf die Erde selbst Unruhe durch gewaltige
Vulkanausbrüche, vor allem im Indopazifik. Auf Grund dieser
katastrophal eingetretenen Lebensverarmung ist es nicht verwunderlich, dass der Bryozoenkalk des Danium arm an Makrofossilien ist.
Seeigel, Brachiopoden und Muscheln können in geringer Zahl vorkommen. |
|||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Zwischen den Kalksteinen liegen kristalline glaziale Geschiebe, aus den eiszeitlichen Ablagerungen |
Relativ weicher, von der Bohrmuschel durchhöhlter Bryozoenkalk, lokale Strandsteine am Bulbjerg |
Während der Vereisungen wurde, wie das gesamte umliegende Land, auch der Bulbjerg-Rücken mit einigen Metern Geschiebemergel, Geröll und Sanden überdeckt. Als nacheiszeitlich der Meeresspiegel stieg, war das Bulbjerg-Massiv zeitweise eine Insel, umgeben von Flachwasserzonen, die (im Westen und Osten) heute küstennahe Dünenheiden sind. Hier hat die postglaziale Landhebung seitdem den Meeresspiegelanstieg ausgeglichen. Teilgebiete wurden mit Kiefern aufgeforstet. |
![]() |
![]() |
Blick vom Bulbjerg über Flugsanddünen in die Niederung bei Lildstrand | Dünenheide (auf Flugsanddünen) am Bulbjerg |
Heute ist das Felsenkliff vom Bulbjerg Dänemarks einziger
Vogelfelsen außerhalb von Bornholm. Es nistet hier u. a. eine große
Brutpopulation von Dreizehenmöwen. Aber die Geschichte des
Bulbjerg beinhaltet auch unfriedliche Zeiten. Im 2. Weltkrieg baute die deutsche Wehrmacht den exponierten Felsen aus für einen Gruppenunterstand. Der verbliebene Bunker beherbergt heute ein kleines Museum. |
||
![]() |
![]() |
![]() |
Der Vogelfelsen | Unterhalb des Bunkers wurde das Kliff stabilisiert | Eingang in das Bunkermuseum |
![]() |
Der Felsen hat seine eigene faszinierende Physiognomie - wenngleich eine fortwährend in Veränderung begriffene. |
![]() |
|||
Literatur: Andersen St. u. Sjørring St. 1992: Geologisk set - Det nordlige Jylland, Lok. 10. Geografforlaget. |
|
als PDF aufzurufen: Flyer des Miljøministeriet Naturstyrelsen: Bulbjerg Flyer der GEUS (Ture til geologiske naturperler): Bulbjerg |
|
Links: https://naturstyrelsen.dk/naturoplevelser/naturguider/bulbjerg/sevaerdigheder/ Fotos in der Website: https://meermond.de/blick-vom-bulbjerg-eine-reise-in-die-erdgeschichte/ |
zurück zum Überblick Nordjütland |